Programm

Neu erschienen:

Tübinger Numismatische Studien

Band 1: A Collection in Context

Mit der Begründung einer Universitätsmünzsammlung im Jahre 1798 und der Einrichtung der Numismatischen Arbeitsstelle im Jahre 1972 blickt die Universität Tübingen auf eine lange numismatische Tradition zurück. Die neue Reihe „Tübinger Numismatische Studien“ (TNS) soll die Tübinger Numismatik nun ins 21. Jahrhundert führen.

Der erste Band der Reihe untersucht die knapp 3000 numismatische Objekte umfassende Sammlung Karl von Schäffer, welche als Nachlass im Jahre 1888 in den Besitz der Universität Tübingen gelangte, in ihrem wissenschaftsgeschichtlichen Kontext. Die Edition der vollständigen Sammlungsdokumentation wird durch Beiträge zur universitären Sammlungsgeschichte, einer biographisch-psychologischen Analyse der Person Karl von Schäffer, Studien zum Münzhandel und zum Sammeln und Erforschen von Münzen im 19. Jahrhundert sowie durch eine Detailuntersuchung zu den Netzwerken des antiken- und münzeninteressierten Bildungsbürgertums im Königreich Württemberg ausgewertet. Im Kontext dieses dichten Überlieferungsnetzes entfalten die Münzen und Archivalien nicht nur ihre Bedeutung als wichtige zeitgeschichtliche Dokumente für die Entwicklung der Numismatik im fortgeschrittenen 19. Jahrhundert, sondern stellen zugleich eine Quelle ersten Ranges für die Rezeption von antiken Münzen als kunstgeschichtlich und kulturhistorisch bedeutsame Forschungsobjekte dar.

Band 1: A Collection in Context

 

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Bernd W. Rieger – Inszenierung und Wirklichkeit

Mit Die Windsbraut (1914) bildete der Maler Oskar Kokoschka (1886 – 1980) den Höhepunkt seiner amourösen Beziehung zu Alma Mahler ab. Die amor fou endete mit einer Enttäuschung, die sich in einer symbolischen Übermalung manifestierte – das psychologisch positive Rot wich einem kühlen Blau.
      Bei Oskar Kokoschka setzte der Drang zur Selbstdarstellung im Rahmen eines klar definierten Künstlerbildes bereits im Alter von 22 Jahren ein. In ökonomisch determinierter Weise kreierte er dieses Bild, das Zeit seines Lebens durch die Vermengung von Phantasiegeschichten und Erlebtem zu einem Künstlermythos wurde und die Interpretation seiner Werke der expressionistischen Phase bis heute bestimmt und häufig verfälscht.
      In seinen Erzählungen und Vorträgen verklärten sich Realität und Selbstinszenierung zu einem Künstlermythos, dem die wissenschaftlich-kunsthistorische Biographik erlag. Erst in jüngster Zeit tendieren Kunsthistoriker dazu, den Künstler unter Berücksichtigung vermarktungsstrategischer Aspekte zu interpretieren. Bei Kokoschka waren es keine Erinnerungslücken, keine kognitiven Täuschungen, die seinen Künstlermythos formten – es war die bewusste, allumfassende Inszenierung.

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